WITH YOU*TH

Das finde ich okay – das finde ich nicht okay

Hintergrund

Diese Methode entstammt ursprünglich der Methodensammlung „Stark! Aber wie? Methodensammlung und Arbeitsunterlagen zur Jungenarbeit mit dem Schwerpunkt Gewaltprävention“1 und wurde im Rahmen des Projektes WITH YOU*TH weiterentwickelt.

Die Übung wirft einen Blick auf verschiedene Arten von Gewalt, indem sie aufzeigt, dass diese in vielen Facetten vorkommt und nicht lediglich in körperlicher Form. Dies sollte unbedingt besprochen werden, da viele Jugendliche Gewalt vorwiegend mit physischen Übergriffen verbinden. Je nach Workshop kann der Fokus inhaltlich auf unterschiedliche Gewaltformen gelegt werden.

Die Methode eignet sich als Einstiegs- oder vertiefende Methode.


  1. Stark! Aber wie? Methodensammlung und Arbeitsunterlagen zur Jungenarbeit mit dem Schwerpunkt Gewaltprävention. Hg. v. BM für Bildung, Abteilung GM/Gleichstellung, 2011, S. 75–76; adaptiert im Rahmen des Projektes WITH YOU*TH. ↩︎

Praktische Hinweise

Gruppengröße

Die Gruppengröße ist variabel, die Übung kann mit 4 bis ungefähr 20 Personen durchgeführt werden, am besten in insgesamt 2 bis 4 Kleingruppen.

Dauer

Materialien

Aufbau und Anleitung

Die Übung findet in drei Schritten statt: Einführung, Kleingruppenarbeit und gemeinsame Diskussion.

Ein möglicher Einstieg in die Methode ist:

„Ihr alle kennt sicher Situationen, in denen es nicht für alle Beteiligten klar ist, ob bestimmte Handlungen in Ordnung sind oder nicht. Wir werden uns heute solche Situationen anschauen und besprechen, wie wir damit umgehen können bzw. was anders gemacht werden könnte, damit Menschen nicht verletzt oder diskriminiert werden. Dazu bilden wir Kleingruppen. Jede Gruppe bekommt ein leeres Blatt Papier: Oben schreibt ihr „okay“ und unten „nicht okay“. Dann erhält jede Gruppe noch Zettel, auf denen verschiedene Situationen beschrieben sind. Gemeinsam sollt ihr in eurer Gruppe darüber diskutieren und entscheiden, welche davon okay sind und welche nicht, und entsprechend positionieren. Es kann auch sein, dass es bei manchen Situationen nicht so klar ist, diese könnt ihr beispielsweise in die Mitte („weiß nicht“) oder in die Nähe von „okay“, das bedeutet dann „eher okay“ usw. legen. Abstufungen sind also möglich. Wenn ihr fertig seid, besprechen wir die Übung gemeinsam in der großen Gruppe.“

Die Teilnehmer*innen werden nun in Kleingruppen von 2 bis 5 Personen geteilt. Jede Gruppe bekommt einen Satz ausgeschnittener Fragen, diskutiert und positioniert diese. Sind alle Sätze aufgelegt, werden sie aufgeklebt. Anschließend werden die Ergebnisse nebeneinandergelegt. Eine Person liest den ersten Satz laut vor, die Gruppen erzählen nacheinander, wo und warum sie diesen Satz positioniert haben und welche Diskussionen sich innerhalb der Gruppe ergeben haben. Nachdem alle Situationen besprochen worden sind, kann noch eine Reflexion über die Übung selbst erfolgen.

Eine wichtige Komponente beim Thema Gewalt ist darüber hinaus die rechtliche Lage, da Jugendliche hier oftmals nicht Bescheid wissen. Auch diese Informationen sowie rechtliche Konsequenzen sind in die Diskussion einzubringen.

Diskussion und Abschluss

Folgende Fragen können in der Diskussion besprochen werden:

Die meisten Personennamen in den Beispielsätzen sind geschlechtsneutral gewählt. Interessant ist dabei: Wird gefragt, um welche Geschlechter es sich bei den Personen handelt oder ein bestimmtes Geschlecht angenommen? Was wird wem zugeschrieben? In diesem Kontext können auch größere gesellschaftliche Zusammenhänge, Stereotype, Erwartungshaltungen etc. besprochen werden. Es macht Sinn, eventuell in der Gruppe vorkommende Namen durch andere zu ersetzen, damit der Fokus bei der Übung bleibt.

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