WITH YOU*TH

Beziehungen sicher und sensibel gestalten

Willkommen auf der Website des E-Handbuches WITH YOU*TH – Beziehungen sicher und sensibel gestalten, auf der Sie innovative, gendersensible, pädagogische Materialien finden, die für die Arbeit mit Jugendlichen im Alter von 13–30 Jahren geeignet sind. Das E-Handbuch WITH YOU*TH – Beziehungen sicher und sensibel gestalten wurde von 2019–2021 in internationaler Kooperation zweier NGOs, NESEHNUTÍ (Tschechische Republik) und poika (Österreich), erarbeitet. Das Projekt wurde im Rahmen des EU-Programms Erasmus+ finanziert.

Das E-Handbuch enthält pädagogische Materialien mit zahlreichen innovativen Methoden, die als Werkzeuge dazu dienen, mit Jugendlichen einen sensiblen Einstieg in das Thema Gender zu finden und Wege aufzeigen, wie diese Themenbereiche mit Jugendlichen bearbeitet und diskutiert werden können . Im Zuge ihrer Identitätsentwicklung (und dies betrifft nicht nur die geschlechtliche Identität) können junge Menschen zahlreiche soziale Barrieren erleben, die den Prozess der Selbstfindung und das Kennenlernen des eigenen Selbst erschweren können. Wie junge Menschen sich selbst verstehen und womit diese sich tatsächlich identifizieren können, kann in scharfem Kontrast dazu stehen, was von ihnen erwartet wird; z. B. wie sie sich in Bezug auf soziale Normen verhalten, wie sie aussehen, welchen Interessen sie nachgehen sollen. Infolgedessen kann dieser entgegengesetzte Druck Auswirkungen darauf haben, was junge Menschen über sich selbst denken oder welche Lebensentscheidungen sie treffen. Jedoch stimmen diese Entscheidungen möglicherweise nicht damit überein, was sie tatsächlich wollen. Die Angst vor Nicht-Akzeptanz und Unverständnis kann dazu führen, dass sie sich, ihre Identität und innere Erfahrung verleugnen. Diese Inkongruenz zwischen inneren Bedürfnissen und Außenerwartungen kann die mentale Gesundheit von Adoleszenten signifikant beeinträchtigen, die Gefühle wie Scham, Scheu, aber auch Depression und Angst erfahren. Dies ist der Grund, warum für uns ein gendersensibler Zugang in der Jugendphase von entscheidender Bedeutung ist. Selbstbewusstsein und individuelle Selbstbestimmung im Bereich Gender und damit verbundene Dynamiken zu stärken, ermöglicht es jungen Menschen, sich selbst besser zu verstehen und den Ansprüchen, die Geschlechterstereotype und damit verbundenen Erwartungshaltungen an sie stellen, kritisch gegenüberzutreten und – nicht zuletzt – ihre Meinungen und Bedürfnisse zum Ausdruck zu bringen.

Der soziale Druck, bestimmten Geschlechterrollen zu entsprechen, dem wir alle ausgesetzt sind und der Druck, gewissen stereotypen Ideen von Geschlecht zu folgen, basiert auf externen Auslösern, die uns und damit unsere Geschlechtsidentität beeinflussen. Einer dieser Auslöser sind zwischenmenschliche Beziehungen, die von jungen Menschen geführt werden – Beziehungen zu Gleichaltrigen, Eltern, aber auch romantische Verhältnisse. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden, vier Themen mit jungen Menschen zu diskutieren, die sich mit verschiedenen Aspekten von Geschlechter(un)gerechtigkeit beschäftigen und jungen Menschen, wenn sie Beziehungen erleben, begegnen können:

  • wie ökonomische (Un-)Abhängigkeiten die Beziehungen junger Menschen beeinflussen

  • welchen Einfluss soziale Stereotype auf die Beziehungen junger Menschen haben

  • welche Rolle neue Medien im Leben und in den Beziehungen junger Menschen spielen

  • wie die Entwicklung der eigenen Geschlechtsidentität die Beziehungen junger Menschen beeinflusst

Wir betrachten Beziehung nicht ausschließlich von einem romantischen Standpunkt aus, sondern vielmehr in einem weiter gefassten Kontext, bei dem auch Verhältnisse zu Gleichaltrigen sowie die Beziehung zu sich selbst mitgedacht werden. Die hier präsentierten Methoden erlauben uns nicht nur die Dynamik dieser Beziehungen besser zu verstehen, sondern bieten auch eine Möglichkeit, den breiteren sozialen Kontext gemeinsam mit Jugendlichen zu erforschen und zu deuten.

Wir sind der Meinung, dass die Bedürfnisse junger Menschen im Kontext von Gender-Themen genauso wie ihre Werte eine wichtige Ressource für die Entwicklung innovativer Methoden, Materialien und Aktivitäten zur Aufklärung und Weiterbildung in diesem Bereich darstellen. Unser Ziel war es, nicht nur Materialien zu entwickeln, um junge Menschen darin zu bestärken, den breiteren sozialen Kontext zu erkennen, der ihr Leben beeinflusst, sondern auch die Diversität in der Lebensumgebung der Jugendlichen zum Teil des Gesprächs zu machen. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden, junge Menschen in unseren Entwicklungsprozess mit einzubeziehen und ihre Perspektive sowie ihre Stimmen und ihre Bedürfnisse zu berücksichtigen.

Jugendlichen zu unterstützen, Gender-Themen zu verstehen und sich damit auseinanderzusetzen, hängt allerdings stark von den Fähigkeiten jener Personen ab, die dieses Wissen weitergeben, sie inspirieren und Diskussionen ermöglichen. Aus diesem Grund halten wir es für ausschlaggebend, die diesbezüglichen Kompetenzen der Akteur*innen, die in formalen oder nicht-formalen Lernkontexten Wissen transportieren, zu entwickeln, sodass diese mit ihrem eigenen Zugang einen sicheren Raum für Diskussionen kreieren und auf sensible Art und Weise leiten können. Leider haben unsere Erfahrungen gezeigt, dass Lehrer*innen und andere Personen, die mit jungen Menschen arbeiten, sowohl in Tschechien als auch in Österreich, mangelnde Unterstützung dabei bekommen, sei es in der Umsetzung eines sicheren Raumes um Genderthemen zu eröffnen, sich selbst weiterzubilden oder wie diese Themen methodisch gut aufbereitet werden können. Daher sind wir davon überzeugt, dass das E-Handbuch WITH YOU*TH – Beziehungen sicher und sensibel gestalten* eine informative, praktische und inspirierende Ressource für all jene darstellt, die eine gendersensible Herangehensweise als wichtigen Teil qualitativ hochwertiger Bildung erachten.

Wir haben uns dazu entschlossen Akteur*innen, sowohl schulischer als auch außerschulischer Bildung, aktiv in diesen Prozess mit einzubeziehen. Diese Kooperation hat es uns ermöglicht, ihre Perspektiven, aber auch die praktischen Herausforderungen, mit denen sie in Bezug auf diese Themen in ihrem Bereich konfrontiert sind, einzubeziehen. Mithilfe ihrer Expert*innenmeinung konnten wir effektive Tools entwickeln, die ihnen dabei helfen, besser auf aktuelle Bedürfnisse, Fragen, aber auch Probleme von jungen Menschen zum Thema Geschlechtsidentität einzugehen.

„Das E-Handbuch WITH YOU*TH richtet sich an all jene Akteur*innen im schulischen und außerschulischen Bereich, die sich ausführlich mit den Gender-Aspekten in den Beziehungen junger Menschen und deren Bedürfnissen auseinandersetzen wollen. Das E-Handbuch WITH YOU*TH wurde für diejenigen gestaltet, die mehr zu aktuellen Themen, die die Identitätsentwicklung junger Menschen beeinflussen, lernen wollen. Das E-Handbuch WITH YOU*TH steht für all jene zur Verfügung, die in Jugendgruppen einen sicheren Raum schaffen möchten, in dem Gender-Dynamiken ohne Verlegenheit und Scham erforscht werden können. Das E-Handbuch WITH YOU*TH bietet Methoden für alle, die jungen Menschen dabei helfen wollen, ihre Beziehungen mit Respekt für sich und andere zu leben – Beziehungen, die auf dem Prinzip der Gleichberechtigung basieren.“

poika und NESEHNUTÍ Leitungsteam

Verwendung des Handbuchs

Dieses E-Handbuch beinhaltet 4 Hauptthemen, die in verschiedenen Sprachen angeboten werden:

  • Ökonomische (Un-)Abhängigkeiten in Beziehungen

  • Vielfältige Geschlechteridentitäten in den Beziehungen junger Menschen

  • Die Beziehungen junger Menschen im Kontext neuer Medien

  • Der Einfluss gesellschaftlicher Stereotype auf die Beziehungen junger Menschen

Jedes der oben genannten Themen steht in englischer Sprache zur Verfügung; jeweils zwei Themen werden zusätzlich auf Tschechisch (Die Beziehungen junger Menschen im Kontext neuer Medien, Der Einfluss gesellschaftlicher Stereotype auf die Beziehungen junger Menschen) und zwei auf Deutsch (Ökonomische (Un-)Abhängigkeiten in Beziehungen, Vielfältige Geschlechteridentitäten in den Beziehungen junger Menschen) bereitgestellt.

Jeder Themenbereich hat zwei Unterthemen, die zwei unterschiedliche Schwerpunkte des Hauptthemas aufzeigen. Jeder Schwerpunkt wurde anschließend im Detail ausgearbeitet, das jeweilige Kapitel bietet individuelle Ressourcen, die sowohl theoretisches Hintergrundwissen als auch eine Reihe von Aktivitäten beinhalten, um dieses Unterthema auf sichere und sensible Art und Weise in Jugendgruppen behandeln zu können.

Das E-Handbuch ist folgendermaßen strukturiert (von der höchsten zur niedrigsten Ebene)

  • Hauptseite mit einer Auswahl der Hauptthemen
  • Eine Einleitung zum ausgewählten Hauptthemen und den zwei behandelten Schwerpunkten
  • Eine Einleitung zum ausgewählten Schwerpunkt des Hauptthemas
  • Individuelle Methoden/Aktivitäten zur Behandlung des ausgewählten Schwerpunkts

Da es unser Ziel war, ein E-Handbuch zu kreieren, das ein breites Publikum erreichen kann, enthält es individuelle Schwerpunkte und Methoden für unterschiedliche Zielgruppen – junge Menschen verschiedenster Altersgruppen sowie unterschiedliche Bildungssettings (schulische und außerschulische). Gleichzeitig gibt es zu jedem Thema und jedem Schwerpunkt spezifische Details, wie damit gearbeitet, ein sicherer Raum geschaffen und welche Herausforderungen die Behandlung dieses Themas mit sich bringen kann. Aus diesem Grund empfehlen wir vor der Umsetzung der Aktivitäten die Einleitungstexte zu lesen, denn diese bieten zusätzliche Hintergrundinformationen zu den Themen und Methoden.

In der Entwicklung des E-Handbuchs war uns wichtig lebendiges Arbeitsmaterial zu erschaffen, das sowohl Praxis als auch Theorie enthält. Daher gibt es zu jedem Thema und den dazugehörigen Schwerpunkten methodologische Anmerkungen, Empfehlungen der Entwicklungsteams oder Zitate von Teilnehmer*innen aus dem Entwicklungsprozess. Das Material enthält auch Illustrationen und Fotos aus der Testphase, die die Texte visuell unterstützen und erklären. Das E-Handbuch beinhaltet darüber hinaus ein Glossar, in dem Fachbegriffe erklärt sind, um die theoretischen Inputs auch für all jene, die sich für dieses Thema interessieren, aber mit dem Vokabular nicht so vertraut sind, zugänglich zu machen.

Über Mitarbeiter*innen

Über die Mitarbeiter*innen

Mitwirkende von NESEHNUTÍ und poika, die an der Entwicklung des E-Handbuchs WITH YOU*TH – Beziehungen sicher und sensibel gestalten beteiligt waren:

  • Lucie Čechovská – NESEHNUTÍ-Mitarbeiterin: Arbeit am Thema „Der Einfluss gesellschaftlicher Stereotype auf die Beziehungen junger Menschen“
  • Eva Čivrná – NESEHNUTÍ –Mitarbeiterin: Arbeit am Thema „Der Einfluss gesellschaftlicher Stereotype auf die Beziehungen junger Menschen“
  • Kristina Kvapilová ­– NESEHNUTÍ-Mitarbeiterin: Arbeit am Thema „Der Einfluss gesellschaftlicher Stereotype auf die Beziehungen junger Menschen“
  • Eva Bartáková – NESEHNUTÍ-Mitarbeiterin: Arbeit am Thema „Die Beziehungen junger Menschen im Kontext neuer Medien“
  • Zuzana Martanovič – NESEHNUTÍ -Mitarbeiterin Mitarbeit: Arbeit am Thema „Die Beziehungen junger Menschen im Kontext neuer Medien beteiligt“
  • Nika Mazániková – NESEHNUTÍ-Mitarbeiterin; PR-Spezialistin und Arbeit am Thema „Die Beziehungen junger Menschen im Kontext neuer Medien“
  • Denisa Kuimcidis – Graphikerin, Gestaltung Handouts und Materialien
  • Martin Švarc – Korrektorat englische Texte
  • Jan Martínek – Webdesigner
  • m Horvat – poika-Mitarbeiter*in: Arbeit am Thema „Vielfältige Geschlechteridentitäten in den Beziehungen junger Menschen“
  • Anna Morawetz – poika-Mitarbeiterin: Arbeit an den Themen „Vielfältige Geschlechteridentitäten“ und „Ökonomische (Un-)Abhängigkeiten in Beziehungen“
  • Teresa Schweiger – poika-Mitarbeiterin: Arbeit an den Themen „Vielfältige Geschlechteridentitäten“ und „Ökonomische (Un-)Abhängigkeiten in Beziehungen“
  • Anna Gierometta – poika-Mitarbeiterin: Arbeit an den Themen „Vielfältige Geschlechteridentitäten“ und „Ökonomische (Un-)Abhängigkeiten in Beziehungen“
  • Anna Vida – poika-Illustratorin: Ilustrationen zu den Themen „Vielfältige Geschlechteridentitäten“ und „Ökonomische (Un-)Abhängigkeiten in Beziehungen“